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Wer seinen Job für Bürgergeld kündigt, fällt in fünf Armutsfallen


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Dank Bürgergeld lohne sich Arbeit für Geringverdiener nicht mehr, behaupten einige. Wer ihnen glaubt, sollte fünf Armutsfallen bedenken, die diese Behauptungen übersehen.

Wer für Bürgergeld seinen Job kündigt, hört meist viele weiche Gründe, warum er weiterarbeiten sollte: Lebenssinn, Vorbild für die Kinder, Chance auf Aufstieg, soziale Kontakte. Stimmt alles. Den entscheidendsten Fehler spüren Für-Bürgergeld-Kündiger aber im Geldbeutel: Aus fünf Gründen verzichten sie auf viel mehr Geld, als ihnen bewusst ist. Viele stürzen sich in selbstverschuldete Armut.

Wie viel Sie mit Arbeit genau mehr verdienen als mit Bürgergeld, berechnet dieser Artikel

1. Rente nicht berücksichtigt

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Oft beschränken sich Vergleiche von Arbeit und Bürgergeld auf den jetzigen Nettoverdienst. Wer arbeitet, zahlt aber auch in die Rentenkasse ein. Gerade Geringverdiener profitieren immens von der Grundrente, die ihnen bei mindestens 33 Beitragsjahren einen deutlichen Zahlungszuschlag sichert.

Wer freiwillig Bürgergeld bezieht, senkt seine Rente und verschenkt möglicherweise den Grundrenten-Zuschlag von bis zu 80 Prozent. Dadurch leidet er im Alter sehr viel wahrscheinlicher an Altersarmut. Wer später nicht in einer Billig-Wohnung verarmen will, sollte arbeiten.

2. Urlaub und andere Fehlzeiten nicht vergessen

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Einige „Arbeit lohnt sich nicht mehr“-Vertreter belegen ihre Aussage mit Rechenbeispielen: 500 Euro Zusatzverdienst durch Arbeit im Monat entspreche bei einer Wochenarbeitszeit von 38 Stunden nur rund drei Euro mehr die Stunde. Lohne sich kaum, so die Botschaft.

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Wer so rechnet, verzerrt die Wirklichkeit:

Die Rechnung ignoriert Feiertage, Urlaub und sonstige Zeiten, an denen Arbeitende das gleiche tun wie Bürgergeld-Empfänger: Kinderpflege, Krankheit, und so weiter. Diese Fälle miteingerechnet, verdienen Angestellten je nach Einzelfall eher mindestens vier bis fünf Euro die Stunde mehr. Ein solider Zuschlag, der sich zudem summiert.

  • Vier Euro die Stunde entsprechen rund 30 Euro am Tag oder rund 160 Euro pro vollständig gearbeiteter Woche (fünf Arbeitstage).
  • Ein Single erarbeitet sich mit jedem Arbeitstag ein Abendessen im Restaurant und mit fünf Arbeitstagen einen Samstagsausflug.
  • Ein Geringverdiener-Paar mit zwei Kindern verdient zusammen im Monat knapp 1300 Euro mehr als mit dem erhöhten Bürgergeld. Das entspricht rund 70 Euro pro Tag und rund 350 Euro für fünf Arbeitstage. Arbeiten beide die Woche durch, haben sie einen kleinen Wochenendausflug verdient.

Wer vom Beruf ins Bürgergeld wechselt, sollte klar aufschlüsseln, was er dabei aufgibt. Häufig tauscht er liebgewonnene Annehmlichkeiten gegen Geldsorgen. Das ist wahre Armut.

3. Steuerrückzahlungen übersehen

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Wer zum Mindestlohn 38 Wochenstunden arbeitet, zahlt jährlich knapp 1600 Euro Lohnsteuer. Setzt er pro Monat 100 Euro von der Steuer ab, zahlt ihm das Finanzamt für das gesamte Jahr 300 Euro zurück. Ein Zusatzverdienst, den viele Berechnungen ausblenden. Paar erhalten zusammen deutlich mehr.

Den meisten Angestellten hilft die Steuerrückzahlung, sollte einmal der Kühlschrank oder die Geschirrspüle kaputt gehen. Wer das Geld nicht dringend braucht, kann es anlegen: Bei einer Durchschnittsrendite von sieben Prozent hat ein paar bei Rentenbeginn so rund 120.000 Euro gespart. Steigt der Mindestlohn weiter, spart er deutlich mehr.

4. Weihnachts- und Urlaubsgeld nicht berechnet

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Obwohl etwas mehr als die Hälfte aller Angestellten in Deutschland Weihnachtsgeld und ähnlich viele Urlaubsgeld erhalten, rechnen die meisten Arbeit-gegen-Bürgergeld-Vergleiche mit Monatseinkommen, die diese Sonderzahlungen ausklammern.

Wer im Jahr ein Monatsgehalt zusätzlich erhält, muss seinen Zusatzverdienst um rund ein Zwölftel nach oben korrigieren. Die meisten Geringverdiener erarbeiten sich so jährlich einen zusätzlichen Urlaub, einen neuen Fernseher oder eine Reparatur für das Auto.

5. Trinkgeld ausgeklammert

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Noch deutlicher wird der Unterschied in Berufen, die Trinkgeld bekommen. Frisöre berichten in Medienberichten übereinstimmend von rund 15 bis 20 Euro Trinkgeld pro Arbeitstag. Eine volle Arbeitswoche bringt ihnen also 75 bis 100 Euro zusätzlich zu unseren bisherigen Rechenbeispielen.

Pro Jahr summiert sich der Zusatzverdienst auf rund 4000 Euro – steuerfrei. Geringverdiener, die für Bürgergeld auf diesen Zusatzverdienst verzichten, bringen sich in eine Armutsfalle.

Kündigen fürs Bürgergeld? Lohnt sich fast nie

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Je nach Beruf verdienen Geringverdiener jährlich Tausende Euro mehr als Bürgergeldempfänger, die die meisten Rechnungen übersehen. Wer glaubt, er lebe mit Bürgergeld besser als mit einem Job, sitzt meist einem dieser Rechenfehler auf.

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Author: Christine Anderson

Last Updated: 1699554004

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Name: Christine Anderson

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Hobby: Poker, Whiskey Distilling, Coffee Roasting, Mountain Climbing, Camping, Telescope Building, Rowing

Introduction: My name is Christine Anderson, I am a rare, apt, unguarded, ingenious, important, persistent, candid person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.